Ongaku-Kyōgen SCROOGE

Europa Tournée 2019


Ongaku-Kyögen SCROOGE –  EuroTournèe 2019:
18. November Ovalhalle MuseumsQuartier, Wien
20. November Kirche St. Jakob, Zürich
21. November Salle Frank-Martin, Genève
22. November Aula Kollegium, Schwyz
24. November Postremise, Chur
27. November Holywell Music Room, Oxford

texte en français!

Eine Weihnachtsgeschichte
nach der  Erzählung “A Christmas Carol” von Charles Dickens

Der alte, geizige Geschäftsmann Scrooge will nichts von Weihnachten, dem Fest der Freude und Liebe, wissen. In der Weihnachtsnacht erscheint ihm der Geist des verstorbenen Geschäftspartners Malin, der ihn vor den Strafen warnt, die seiner im Jenseits harren, falls er seine Lebensweise nicht ändert. Dann erhält Scrooge Besuch von den drei Geistern der Weihnacht, die ihn in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft führen. Werden diese Begegnungen ihn zu einem anderen Menschen machen?

Vorgeschichte:
„Christmas Carol“ wurde von Walther Giger im Auftrag von der Geigerin Noriko Kawamura vertont und im Dezember 2003 in Basel uraufgeführt. Obwohl das Werk ursprünglich für eine Besetzung mit Violine, Akkordeon, Kontrabass und Pantomime geschrieben worden ist, wurde das Werk nur als Lesung mit dem Trio aufgeführt. Wegen der schwierigen Interpretation ist auf die Pantomime verzichtet worden.

Nach der Uraufführung und ein paar Vorstellungen musste das Programm wieder abgesetzt werden. Doch die Interpreten suchten nach Möglichkeiten, damit das charmante und witzige Werk, welches Höchstleistungen von den Instrumentalisten voraussetzt, wieder aufgeführt werden konnte.

Musik:
Musik Kyogen “Scrooge” („Weihnachtslied“ von Walther Giger)

Der Zürcher Komponist Walther Giger zu seinem Werk:
„Die inneren Bilder passten“

Im Auftrag der Violinistin Noriko Kawamura habe ich 2002 „Christmas Carol“ von Charles Dickens für Violine, Akkordeon, Kontrabass und Pantomime vertont. Doch wegen der Schwierigkeit der Interpretation für einen einzelnen Pantomime-Darsteller, wurde es fast nur mit Lesung und dem Trio aufgeführt. Die Idee, dieses Werk in der Form vom  traditionellen japanischen Bühnenkunst „Kyogen“ wiederaufzunehmen, kam plötzlich, als ich ein Opern-Gastspiel „Akteon“ mit Noh und Kyogen im Theater Rigiblick gesehen habe. Die Einfachheit der Handlung und die reduzierten Formen für die Sprache und Geste von Noh und Kyogen faszinierten mich. Die zwei Figuren, die durch diese Welt und Jenseits nahtlos durchwandern, das war genau die Welt von „Scrooge“ von Charles Dickens! Die Gemeinsamkeit, die zwischen der alten Bühnenkunst Japans und meiner Musik liegen, sind Menschenfreundlichkeit, Humor und Witze. Das komödiantische von Kyogen passte dem „Happy End“ der Geschichte hervorragend.

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Warum mit „Kyogen“?

Erst nach über 10 Jahren ist es dem Komponisten gelungen, das Werk in der Form der traditionellen japanischen Bühnenkunst „Kyogen“ (Komödie) wieder aufzunehmen. Die Auftraggeberin Noriko Kawamura konnte sich zuerst nicht vorstellen, diese Idee zu realisieren, nicht wegen dem „Warum“ sondern wegen dem „Wie“.

Ohne jegliches Vorurteil gegenüber der fremden Kunstform wusste der Komponist intuitiv, wo die Gemeinsamkeiten zwischen seiner Musik und der fernöstlichen Theaterkunst aus der 15. Jahrhundert liegen: im Humor, Witz und in der Menschenfreundlichkeit auf eine vornehme Art und Weise.
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Mitwirkende:

Juro Zenchiku (Kyogen)
Daijiro Zenchiku (Kyogen)
Noriko Kawamura (Violine)
Tomomi Ota (Akkordeon)
Fumio Shirato (Kontrabass)

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Biographien der Schauspieler (Kyögen):
Juro Zenchiku stammt aus der traditionellen und berühmten Kyögen-Familie Zenchiku der Okura-Schule: er ist der Enkelsohn von Yagoro Zenchiku, der als erster Kyögen-Spieler zum lebenden Nationalschatz ernannt wurde. Juro Zenchiku pflegt die 650 Jahre  alte Bühnen-kunst getreu der Tradition und versucht doch aktiv das Repertoire des modernen Kyögen zu erweitern. Er ist Mitglied der Nohgaku Performers Assocition und der Japan Noh Association.

Dajiro Zenchiku ist der zweite Sohn von Juro Zenchiku. Schon früh stand er auf der Bühne, ebenfalls als Bewahrer der Tradition. Er gehört zu den jungen Generation der Kyogen-Spieler, die sich aktiv zusammentun, um diese alte japanische Bühnenkunst in die Zukunft zu führen. Er ist Mitglied der Nohgaku Performers Association.

Die Instrumentalisten:
Noriko Kawamura ist in Tokyo geboren und begann bereits im Alter von drei Jahren mit dem Geigenspiel. Nach dem Studium an der Toho-Musikhochschule in Tokyo setzte sie ihr Geigenstudium mit einem Stipendium des DAAD in Deutschland fort (München, Essen, Berlin). Schon während ihren Studienjahren gewann sie Preise bei internationalen Musikwettbewerben (u.a. Kranichsteiner-Musikpreis für Neue Musik Darmstadt). Seitdem arbeitet sie regelmässig mit zeitgenössischen Komponisten zusammen und wirkt als geschätzte Solistin und Kammermusikerin  an Uraufführungen sowie an Radio-, TV- und CD-Aufnahmen mit. Immer mehr setzt sie sich mit Musik im Grenzbereich zwischen verschiedenen Genres und Sparten auseinander und gestaltet mit Märchenerzählern, Tänzern, Puppenspielern, Pantomimen, Kunstmalern und/oder traditionellen japanischen Musikern (Shakuhachi-, Koto-Spieler etc.) gemeinsame Projekte.

Tomomi Ota wurde 1980 in Saitama/Japan geboren. Sie hat ihr Studium der Musikpädagogik in Dortmund (Hochschule für Musik Detmold) und die künstlerische Instrumentalausbildung in Essen (Folkwang Hochschule) abgeschlossen (Konzertdiplom 2009). Seitdem wohnt sie wieder in Japan und konzertiert sowohl solistisch als auch kammermusikalisch. Sie wirkt ausserdem in verschiedenen Orchestern (u.a. NHK Symphony Orchestra, Yomiuri Nippon Symphony Orchestra, Japan Philharmonic Orchestra) sowie an Musikfestivals für zeitgenössische Musik (z.B. Music Tomorrow, Suntory Summer Festival) mit. Sie arbeitet mit vielen Komponisten zusammen und bringt deren Werke zur Uraufführung.

Fumio Shirato ist in Japan geboren. Nach dem Diplomabschluss an der Musikhochschule München war er viele Jahre Solo-Kontrabassist im Tonhalle-Orchester Zürich. Diese Position gab er zugunsten einer ausschliesslich kammermusikalischen und solistischen Tätigkeit auf. Durch seine Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten trägt er erheblich zur Förderung der Kontrabassliteratur im Bereich der Kammermusik bei. Jurymitglied beim internationalen Musikwettbewerb Genf (Concours de Genève) 1998.

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Die Details der einzelnen Aufführungen finden Sie unter den Konzerten oder oben verlinkt auf dem TournéePlan:

 

Sponsoren:
JLS Zürich, Schweizerische-Japanische Gesellschaft
Japanische Botschaft in Wien
Association Suisse Japon, section Suisse romande,
Kleinbühne Chupferturm Schwyz
sowie weitere Sponsoren und Gönner

Veranstalter:
GMkonzerte Zürich
Association Suisse Japan, section Suisse romande (Geneva)
Friends of Music Kyogen
Traditional Culture Interchance Association

Information: GMkonzerte.ch – merz@gmkonzerte.ch – Tel. +41 (0)44 932 49 61